Am Anfang stand eine Idee: Zum zehnten Geburtstag der Fanfare Gertrude wollten wir all die Menschen zusammenbringen, die uns in den vergangenen Jahren begleitet und inspiriert haben. Befreundete Bands aus verschiedenen Städten Deutschlands und die Fanfarenfamilie aus Frankreich laden wir Pfingsten 2026 ein zur Brass Odyssey. Dass daraus am Ende drei Tage voller Musik, Begegnungen und unvergesslicher Momente werden würden, konnten wir nur hoffen.
Freitag, 22. Mai: Endlich geht es los
Wer schon einmal ein Festival organisiert hat, weiß: Die Stunden vor dem Beginn sind selten romantisch. Größere Hiobsbotschaften kurz vor Festivalstart, dazu die üblichen kleinen Problemchen hier und da. Kabel fehlen. Wo hängen wir die Deko auf? Jemand sucht einen Schlüssel. Und zwischendrin fragen wir uns, ob wirklich alles funktionieren wird.

Besonders gespannt waren wir auf die Ankunft unserer Gäste: das Nymphonik Orchestra und Texas Couscous aus Frankreich, die Tinnitussis aus Hamburg, die Brazzbanditen aus Leipzig sowie die Berliner Bands Um:laut, Ostrich Party, Fanfaroni, Brass Caravan und Krach Boom Brass Band. Würden alle rechtzeitig ankommen? Haben wir an alles gedacht?

Doch plötzlich geht es wirklich los. Der erste Song erklingt. Gemeinsam mit allen Gastbands stimmen wir unseren offiziellen Festivalsong „Major Tom“ von Tom Schilling an. Die Anspannung verfliegt schlagartig. Das Festival ist keine To-do-Liste mehr, sondern Realität.

Der Garten des NHU Nachbarschaftshauses füllt sich mit Menschen, die tanzen, lachen und feiern. Überall wird gequatscht, musiziert und angestoßen. Der Eröffnungstag geht bis spät in die Nacht – und wir merken: Das wird etwas Besonderes.
Samstag, 23. Mai: Die Stadt wird zur Bühne
Am Samstag zeigt sich unser Brassmusikfestival genau so, wie wir es uns ausgemalt hatten. Wir spielen Konzerte im NHU Nachbarschaftshaus, im BRLO Biergarten, im Sisyphos und auf den Straßen Neuköllns. Die Musik zieht durch die Stadt..
Immer wieder entstehen diese Momente, die wir an Brassmusik so lieben: Menschen bleiben stehen, weil sie in der Ferne eine Trompete hören. Eine Gruppe folgt einer Bassdrum um die Ecke. Die Straße wird für ein paar Minuten zum Konzertsaal.

Jede der eingeladenen Bands bringt ihren ganz eigenen Stil mit. Besonders unsere französischen Gäste zeigen einmal mehr, wie lebendig die Tradition der Fanfaren ist – und wie gut sie auf Berlins Straßen funktioniert. Zwischen den Konzerten treffen wir alte Freund:innen wieder, lernen neue Menschen kennen und hören immer wieder dieselbe Frage: „Wann macht ihr das wieder?“

Sonntag, 24. Mai: Ein Finale an der Spree

Am Sonntag folgt das große Finale am Holzmarkt 25. Die Spree glitzert in der Sonne, überall auf dem Gelände bleiben neugierige Menschen stehen und fragen sich: Was passiert hier eigentlich? Wo kommen all diese Blaskapellen her? Wir bespielen zwei Bühnen. Überall wird getanzt, gelacht und gefeiert. An jeder Ecke begegnen uns verzückte Gesichter.
Zum Abschluss spielen wir ein letztes Mal gemeinsam unseren Festivalsong „Major Tom“. Und weil nach drei Tagen Brass offenbar immer noch nicht genug war, ging es anschließend direkt weiter zum Brassmusik Rave im Sisyphos.
Was bleibt

Mehr als hundert Musikerinnen und Musiker waren an diesem Wochenende zusammengekommen. Eine Zahl, die auf dem Papier beeindruckend klingt, deren Bedeutung man aber erst versteht, wenn plötzlich eine ganze Armada aus Trompeten, Posaunen, Saxophonen, Sousaphons, Klarinetten, Flöten und Drums gemeinsam spielt.
Und was war das Highlight? In Wahrheit gab es nicht diesen einen Moment.
Es waren die vielen kleinen. Die ersten gemeinsamen Töne am Freitagabend. Tanzende Menschen. Inspiration, die wir von den anderen Bands mitnehmen. Vor allem aber bleibt die Erinnerung daran, wie viel entstehen kann, wenn Menschen zusammenkommen, um Musik zu machen.
Wir sagen Danke an alle Bands, Helfer:innen, Freund:innen und Gäste, die dieses Wochenende mit uns gefeiert haben! Ihr habt die Brass Odyssey zu dem gemacht, was sie war.
Wir sind immer noch ein wenig überwältigt. Und wir summen immer noch:
„Völlig losgelöst von der Erde …“















































































































